Am 09. Februar 2026 gastierte das Leipziger Schul-Tournee-Theater „Kulturschule“ mit dem Stück „Stauffenberg“ in unserer frisch renovierten Aula unserer Schule am Standort Marienberg. Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler konnten die besondere Atmosphäre der Aufführung erleben.
Im Mittelpunkt des Stückes stand Claus Schenk Graf von Stauffenberg – sein Werdegang vom überzeugten Soldaten der deutschen Wehrmacht, dem soldatische Tugenden wie Treue, Gehorsam und Ehre lange Zeit über alles gingen, bis hin zu seiner Rolle als zentraler Akteur des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, in welchem Spannungsfeld sich Stauffenberg zwischen militärischem Pflichtverständnis, persönlicher Verantwortung und familiären Bindungen bewegte.
Besonders eindrücklich stellte das Schauspielerduo Frau und Herr Frese die innere Zerrissenheit und moralischen Konflikte Stauffenbergs dar. Wie konnte gerade er – geprägt von militärischer Loyalität – zum Hitler-Attentäter werden? Und darf man das Töten weniger „Unschuldiger“ in Kauf nehmen, um das Leben von Tausenden zu retten? Diese zentralen ethischen Fragen machten die Aufführung nicht nur zu einem historischen, sondern auch zu einem hochaktuellen Diskussionsanlass.
Unsere Schülerinnen und Schüler dankten den Darstellern mit großer Aufmerksamkeit während der Aufführung und beteiligten sich im anschließenden Gespräch engagiert an der Diskussion. Dabei stand insbesondere die Frage im Raum, ob und inwiefern man Stauffenberg heute moralisch als Helden bezeichnen kann oder darf.
Die Veranstaltung war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie politische und historische Bildung an unserer Schule nicht nur im Unterricht, sondern in vielen Projekten zur Förderung der Demokratisierung und Wertebildung lebendig, bewegend und diskussionsanregend umgesetzt wird.

